| Die oberflächliche Venenentzündung – gefährlich oder harmlos ? | |
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Eine Venenentzündung außerhalb eines Krampfaderleidens tritt am ehesten
im Zusammenhang mit entzündlichen oder rheumatischen Systemerkrankungen auf.
Häufigste Ursache sind allgemeine Gefäßentzündungen, sogenannte
Vaskulitiden. Die häufigste Ursache einer
Venenentzündung ist jedoch im Zusammenhang mit Krampfadern
zu sehen. Hier gilt die Venenentzündung im allgemeinen als häufig und
ungefährlich, wobei häufig zwar richtig, ungefährlich jedoch nicht immer
richtig ist. Ursache für die sogenannte Entzündung ist ein Blutgerinnsel in einer Oberflächenvene. Zu diesem Blutgerinnsel kommt es durch den verzögerten Bluttransport in einer degenerierten Vene, deren Klappen defekt sind und deren Transportgeschwindigkeit in Folge dessen herabgesetzt ist. Überall da, wo Blut nicht schnell und glatt genug transportiert wird, kann es zu Gerinnselbildungen kommen.
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| Wann ist eine Venenentzündung gefährlich ? | |
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Wird aus einem einmal entstandenen Blutgerinnsel in einer Oberflächenvene ein großes Blutgerinnsel und wächst dieses weiter in die sogenannten Stammvenen hinein, so besteht die Gefahr des Einwachsens des Gerinnsels von der Oberfläche ins tiefe Venensystem. Verbindungen zwischen dem oberflächlichen und dem tiefen Venensystem gibt es nahezu überall am Bein. Gefährliche Stellen für ein Einwachsen ins tiefe Venensystem sind die großen Verbindungen zwischen den beiden Systemen z. B. in der Leiste und der Kniekehle. Wächst ein Thrombus vom oberflächlichen
ins tiefe Venensystem ein, so liegt eine tiefe Venenthrombose vor. Die tiefe
Venenthrombose ist aufgrund ihres langen Krankheitsverlaufes und ihrer langen
Therapiebedürftigkeit und dem Lungenembolierisiko ein ernst zu nehmendes
Krankheitsbild. Zu Lungenembolien kann es aber auch bei größeren Oberflächenvenenentzündungen
kommen. Von daher ist also auch eine ausgedehnte Venenentzündung der Oberfläche
unter Beteiligung der sogenannten Stammvenen keinesfalls ungefährlich. Liegt
die Venenentzündung, was sicherlich der häufigere Fall ist, jedoch im Bereich
von Seitenastkrampfadern, so ist sie zwar schmerzhaft und unangenehm, aber
harmlos. Jede Venenentzündung sollte von
einem Venenfacharzt (Phlebologen) angesehen und abgeklärt werden, um zu
unterscheiden, ob es sich um eine harmlose oder um eine gefährliche Venenentzündung
handelt. Hilfreich bei der Abklärung ist eine Ultraschalluntersuchung, hier vor
allem die Duplexuntersuchung. Im Ultraschall kann man sehr gut unterscheiden, ob
wichtige oder unwichtige Venen von der Entzündung bzw. Thrombose betroffen
sind. Auch die evtl. Beteiligung von tiefen Venen kann im Ultraschall
ausgeschlossen oder bestätigt werden. Da die äusserlich erkennbare Thrombose
nicht immer mit der Ausdehnung in den Venen übereinstimmt, kann der eigentliche
Umfang der Thrombose im Oberflächenvenensystem nur sonographisch festgelegt
werden. Die äusserlich sichtbare Hautreaktion folgt ja der Thrombose im Blutgefäß
immer erst nach. Alarmierend muß es für den Patienten sein, wenn die bereits
äusserlich sichtbare Veränderung im Bereich von Oberschenkel, Leiste oder
Kniekehle liegt. Die Grundpfeiler der Behandlung
einer oberflächlichen Venenentzündung bzw. Oberflächenthrombose ist die
Kompressionsbehandlung. Durch die Kompression mittels eines
Kompressionsstrumpfes oder Kompressionsverbandes kommt es sehr rasch zur
Schmerzlinderung, zur verbesserten Transportfunktion der Venen, somit zur
Begrenzung der Ausdehnung der Thrombose und zur Verminderung des
Lungenembolierisikos. Gleichzeitig mit der Kompression sollte der betroffene
Patient therapeutisch mobilisiert werden, d. h. so viel wie möglich gehen. Auch
das Gehen beschleunigt den Blutfluss in den Venen und verhindert ein weiteres
Thrombosewachstum und fördert den Thromboseabbau. Unterstützend dazu können blutverdünnende
Spritzen, s. g. niedermolekulare Heparine gegeben werden. Betrifft die Venenentzündung
jedoch bereits die Stammvenen oder liegt sie kurz vor den Verbindungen ins tiefe
Venensystem, so sollte umgehend eine Operation
mit Sanierung des äusseren Krampfaderleidens und Trennung des Oberflächenvenensystems
vom tiefen Venensystem an den strategisch bedeutenden Stellen erfolgen. Eine
rein medikamentöse Therapie bringt hier keinerlei Vorteile mehr, sondern verlängert
nur die Erkrankung und die Behandlungszeit.
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| Fazit | |
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Eine Venenentzündung ist nicht immer harmlos, sie kann zu Thrombosen und Embolien führen, kann auch Ausdruck einer anderen ernsten Erkrankung sein. Deshalb: Bei Verdacht auf Vorliegen einer Venenentzündung umgehend Kompressionsstrumpf tragen und einen Venenfacharzt aufsuchen.
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